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Vorwort

 

Nach meinem Wissen haben viele Menschen im deutschsprachigen Raum eine Bibel, die noch der historischen Fassung von 1912 folgt, so auch eine meiner Bibeln.  Die von mir zitierten Texte des Neuen Testamentes schließen sich diesen Übersetzungen an. Selbst dann, wenn man eine ältere Heilige Schrift nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers in Gebrauch hat, wird man im Textvergleich grundsätzlich inhaltlich keine aber kleine Änderungen in den Regeln der deutschen Sprache finden. Inhaltlich anders verhält es sich leider bei weiter revidierten Übersetzungen. Es wird dann behauptet, dass die Kirche sich bemüht, brauchbare und genaue Übersetzungen mit Vorrang aus dem Urtext der heiligen Bücher zu erarbeiten. Dies mag wohl für die Menge der Übersetzungen zutreffen, dann aber werden auch Textstellen, wie man sie verstehen will übersetzt. In meinem Buch habe ich auch dieses Problem thematisiert. Wobei Die Bibel, Einheitsübersetzung Altes und Neues Testament, und auch die Gute Nachricht, Die Bibel in heutigem Deutsch, den Text nach dem Hebräerbrief 9:27 wie folgt übersetzen: „Und wie es dem Menschen bestimmt ist, ein einziges Mal zu sterben, worauf dann das Gericht folgt …“, heißt es noch in den Übersetzungen, die der historischen Fassung von 1912 folgen: „Und wie den Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben…“ Mit der neuen Übersetzung meint man dann einen Beweis zu finden, der eine Wiedereinkörperung verneint. Weitere Fälschungen sind in den Zehn Geboten, danach man nicht morden darf, wobei vordem immer übersetzt worden ist: „Du sollst nicht töten.“ So kann man jetzt auch das Töten in kriegerischen Handlungen christlich legitimieren. Im Gebet „Das Vaterunser“ heißt es jetzt in den genannten neuen Bibeln: „Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen.“ (Matthäus 6:13) In den Übersetzungen, die der historischen Fassung von 1912 folgen, heißt es: „… sondern erlöse uns von dem Übel:“ 2 Ein Übel kann sogar einen krankmachende längere Trauer sein, das aber keinesfalls ein böses Verhalten ist. Wie kann man so übersetzen, wenn sinngemäß eine der aramäischen Übersetzungen lautet: „Befreie und heile uns ganz.“ 1

Das sind beispielhaft einige wenige Gründe, warum ich alle Zitate des Neuen Testaments aus der genannten einer älteren Bibelübersetzung verwandt habe. Zitierte Textstellen des Alten Testament habe ich auch aus der Bibel: Die gute Nachricht, Die Bibel in heutigem Deutsch, International Book Sales Establishment Balzers, Liechtenstein 1994 verwandt, aber nur dann, wenn die Texte verständlicher und nicht sinnverfälscht sind. 

1 http://www.bunkahle.com/Aktuelles/Religion/Aramaeisches_Vaterunser.html

2 Die Bibel, Altes und Neues Testament, 1994 by Lechner Eurobooks (Switzerland) SA. Der Text folgt der historischen Fassung von 1912.

 

Der Fälscher-Architekt

 

Im 4. Jahrhundert (383 n. Chr.) erhielt der Theologe Hieronymus vom Papst Damasus I. den Auftrag, die vielen vorhandenen Texte des Neuen Testamentes im Sinne der Kirche zu überprüfen und als Folge Texte zu unterschlagen, einzufügen und zu verändern. Hieronymus erkannte, wie schwierig die Aufgabe war, denn er schrieb an den „Papst: „… Du zwingst mich, ein neues Werk aus einem alten zu schaffen, gleichsam als Schiedsrichter zu fungieren über Bibelexemplare, nachdem diese in aller Welt verbreitet sind, und, wo sie voneinander abweichen, zu entscheiden, welche mit dem authentischen griechischen Text übereinstimmen…Wird sich auch nur einer finden, sei er gelehrt oder ungelehrt, der mich nicht, sobald er diesen Band in die Hand nimmt und feststellt, dass das, was er hier liest, nicht in allem den Geschmack dessen trifft, was er einmal in sich aufgenommen hat, lauthals einen Fälscher und Religionsfrevler schilt, weil ich die Kühnheit besaß, einiges in den alten Büchern zuzufügen, abzuändern oder zu verbessern?“ 3

Weiter schreibt er von bereits in der Vergangenheit begangenen Fehlern in den Übersetzungen der Evangelien aus dem Griechischen ins Lateinische:

„Um jedoch allzu große Abweichungen von dem lateinischen Wortlaut, wie man ihn aus den Lesungen gewohnt ist, zu vermeiden, haben wir unsere Feder im Zaum gehalten und nur dort verbessert, wo sich Änderungen des Sinns zu ergeben schienen, während wir alles übrige so durchgehen ließen, wie es war.“ Siehe Fußnote 3

Somit hatte er auch bewusst aus Angst vor massivem Protest anderer bereits fehlerhafte Übersetzungen in den Schriften belassen und aber auch Korrekturen nach eigenem Belieben durchgeführt. Er hat leider um vielen gerecht zu werden, einen Mittelweg gesucht und willkürlich entschieden, welche Texte so verbleiben, welche zu ändern und auch welche anzupassen sind, und das nach eigenem Gutdünken. Man darf hierbei nicht vergessen, dass ihm auch nicht lateinische Texte vorlagen.

„Hieronymus wollte in der Kirche noch Karriere machen; er wollte „Papst“ werden. Deshalb hat er diesen Auftrag übernommen. Er war in seiner frühen Zeit ein Anhänger des Origenes gewesen, der das ursprüngliche Christentum wieder zum Leben erwecken wollte. Origenes hat im 3. Jahrhundert gelebt, also vor Hieronymus, der im 4. Jahrhundert lebte. Hieronymus war sich also bewusst, dass er als Anhänger des Origenes Gefahr lief, als Ketzer bezeichnet und ausgegrenzt zu werden.“4

Internet-Recherche: 3 Der Theologe Nr. 14, A. M. Ritter, Kirchen- und Theologiegeschichte in Quellen, Bd 1 - Alte Kirche, S. 181 f.; im Original bei J.P. Migne, Patrologiae cursus completus, series Graeca – MPG- 29, Sp. 525 ff. 4 Wer sitzt auf dem Stuhl Petri? Verlag Das Wort GmbH, Seite 89-90

„ Und obwohl Hieronymus seine schier unlösbaren Probleme bei der Erstellung der Vulgata darlegte und es sich dabei nicht um eine Schrift in der Ursprungssprache, sondern um eine Übersetzung handelt, erklärte die römisch-katholische Kirche seinen Text später als „fehlerlos“. Dies geschah auf dem Konzil von Trient im Jahre 1546 durch das Dekret „De usu et editione sacrorum librorum“, in dem der Kanon der lateinischen Vulgata als kirchlich verbindlich erklärt wurde.“5

„Der Auftraggeber für die Fälschungen, Damasus († 384), war schwer zu durchschauen, skrupellos und hart. Durch Terror und Bestechung ist er Papst geworden und erkannte früh die Möglichkeit seines Amtes. Er schaffte es, Kaiser Gratien den Titel „Pontifex maximus“ auszureden und die bis heute gebräuchliche heidnische Bezeichnung auf den Bischof von Rom zu übertragen. Damasus hatte sich nur mit Hilfe einer eigens angeheuerten Söldnertruppe, der auch Gladiatoren angehört haben sollen, durchsetzen können. Über 150 Tote lagen in Rom, als der „heilige“ Mann endlich seinen Thronbesteigen und seinen Kontrahenten Ursinus ausschalten konnte. Die Bevölkerung lastete Damasus die Toten dieser Auseinandersetzung an. Auch die anderen Bischöfe in Italien waren entsetzt über das brutale Vorgehen von Damasus. Auch eine römische Bischofssynode hat ihn von dieser Schuld nicht freigesprochen. Das Fest zu Ehren des seinerzeit wegen Ehebruch und Mordes angeklagten Kirchenfürsten ist auf den 11. Dezember datiert.“6

In der Schrift der Institution heißt es: „Freilich wurde Damasus in dieser Tätigkeit durch römische und italienische Wirren oft gehindert. Schon die Wahl war zwiespältig: ein ehrgeiziger Diakon, Ursinus, hatte sich gegen ihn zum Bischof erheben und weihen lassen und ruhte während des ganzen Pontifikates nicht. Das niedere Volk, besonders die Katakombenarbeiter und die Fuhrleute standen so treu zu Damasus, dass sie sich in ihrem Eifer zu schweren Bluttaten an den Ursinianern fortreißen ließen. Auch die Polizeigewalt stand auf Seiten des Damasus und erwirkte den Verbannungsbefehl gegen die Ursinianer…Mehrere italienische Bischöfe hatten die Feindseligkeit geschürt; sie wurden von ihren Stühlen vertrieben.“ 7

„Bischof Damasus, den eine Welle von Morden an die Macht geschwemmt hatte, nannte Rom den ersten Bischofssitz des Apostels Petrus. Er, Damasus war der erste, der das Wort „apostolisch“ für Rom in Anspruch nahm. Er war der erste, der das kaiserliche „Wir“ verwendete und andere Bischöfe nicht als Brüder ansah, sondern als „Söhne“. Er behauptete, ausschließlich Erbe der Privilegien Petri zu sein.“ „Siricius (384 bis 399 n. Chr.) nannte sich als erster „Papst“. Innozenz I. (401 bis 417 n. Chr.) sprach von seiner weltwerten Jurisdiktion und versuchte alle wichtigen Entscheidungen dem Apostolischen Stuhl vorzubehalten. Leo I. (440 bis 461 n. Chr.) formte eine päpstliche Monarchie mit Generalvollmacht und riss sich den Titel Pontifex Maximus unter den Nagel, den der Kaiser zwei Jahrzehnte zuvor aufgegeben hatte.“ 8

Nicht Petrus, sondern der Bischof Damasus legte den Geburtsstein für die „Vollkommene Institution“. Der Geist Gottes wurde feierlich zu Grabe getragen und in menschlicher Selbstsucht zugeschüttet. Wenn „Blumen“ das Grab hervorbrachten, riss man sie heraus und sie wurden als Ketzer ermordet. Das Wort „Papa“ leitet sich auch ab von „papa patrum“, der „Vater der Väter“, das war auch der oberste Papst des Mithras-Kultes. Matthäus 23:9: „Und sollt niemand Vater heißen auf Erden; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist.“ Weiter redet Jesus im 11 Vers davon, dass der Größte unter uns soll unser Diener sein.

5 Internet-Recherche: Der Theologe Nr. 14

6 Professor Dr. theol. Horst Hermann, Kirchen-Fürsten, Goldmann Verlag, Seite 69, siehe auch Rüdiger Achenbach / Hartmut Kriege, Die Päpste und die Macht, Seite 42-43

7 Joseph Wittig, Das Papsttum in Wort und Bild, Hansa Verlag Hamburg, 18.07.1913, Seite 32-33

8 Peter de Rosa, Der Jesus Mythos, Verlag Droemer Knaur,1991,Seite 459

 

„Wir wissen aus Hieronymus, dass die Mithrasgeweihten durch sieben Weihegrade gingen und auf diese Weise der Gottheit immer näher kamen…Der pater patrum stand am höchsten. Man durfte vermuten, dass den Namen auch eine entsprechende Tracht – auch Masken – zugehörte. – auf der Seite 32 im Buch von Leipoldt wird ein Wandbild in Capua beschrieben – : Dieses Fresko zeigt den Stier leuchtend weiß; Mithras Mütze und Mantel sind rot, der Mantel trägt Stickereien in Dunkelgrün und Gelb, besonders der Saum; die Innenseite des wehenden Mantels ist in Blau gehalten und mit sieben gelben Sternen (den Planeten) geschmückt.“9

9 Johannes Leipoldt und Walter Grundmann, Umwelt des Urchristentums, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, Band III 1976, Seite 33, Verweis auf Epist. 107 ad Laetam

Wie erklärt die Kirche Korrekturen, Ergänzungen und Anpassungen verschiedener Texte in den Büchern des Neuen Testaments?

 „Das alte lateinische Gewand der Bibel war nicht mehr zeitgemäß für das Quellenbuch christlicher Kultur. Er (Damasus) ließ von seinem Freunde Hieronymus erneuern, dessen Gelehrsamkeit er hoch achtete. Er regte kurz gefasste Erklärungen schwieriger Stellen an, und unter ihm entstand ein Kommentar zu den Paulus-Briefen, der in den nächsten 1000 Jahren nicht übertroffen wurde.“ 10

Gerade die Paulus-Briefe sind für manche Kirchen Legitimation für ihre Machtfülle, Drohgebärden und Dogmen; sie schmücken sich in Ausübung seelischer Gewalt.

Weiter erklärt die Kirche: „Nachdem die Prophetenstimmen aufhörten zu weissagen, wurden Ämter wie Priester und Bischöfe, welche ihr Amt durch eine Weihe erhielten, ersetzt…Die Wende des ersten christlichen Jahrhunderts bedeutet auch eine Wende in der Entwicklung der Kirche. Vorüber war die apostolische Zeit; die Offenbarung war abgeschlossen.“ Siehe Fußnote 10

Der ehemalige gute Einfluss der Apostel schwand, denn sie wurden ermordet und der Letzte war nicht greifbar, denn Johannes wurde verbannt.

Die Profilsucht und die Machtneurose fand immer mehr Anhänger, Prophetenworte wurden ignoriert und die Weissagungen verlacht. Dann wurden die Prophetenstimmen immer leiser bis sie verstummten, so wie es die Kirche verharmlost zu erklären versuchte.

Aus den ehemaligen Alten, die als Ratgeber und Zeugen der Jesuslehre hoch geschätzt waren, bildete sich ein Ältestenrat und deren Vorsitzender wurde nicht im Beten und Fasten, Hinweisen durch Weissagungen und Prophetenworte nach Handauflegung zur Segnung berufen, sondern durchs Los bestimmt. Der Priester und Vorsteher der Gemeinde war dann auch Vorsitzender des Rates und ihm wurde der Titel eines Bischofs (Aufseher) verliehen.

Auch hier trifft zu, dass man das alte Gewand einfach abstreifte. Der Heilige Geist wurde aus den Versammlungen vertrieben, wie die Kirche selbst bezeugt, indem sie sagt, dass die Prophetenstimmen aufhörten zu weissagen. Warum? Sie wurden unbequem und nicht mehr gewollt.

Zum Loswerfen, dem Zufallsprinzip, werden die „Roten“ energisch widersprechen und auf Apostelgeschichte 1:23-26 verweisen: „Und sie stellten zwei, Joseph, genannt Barsabas, mit dem Zunamen Just, und Matthias, beteten und sprachen: Herr, aller Herzen Kündiger, zeige an, welchen du erwählt hast unter diesen zweien, dass einer empfange diesen Dienst und Apostelamt, davon Judas abgewichen ist, dass er hinginge an seinen Ort. Und sie warfen das Los über sie, und das Los fiel auf Matthias; und er ward zugeordnet zu den elf Aposteln.“ Dann wird im Buch der Bücher auf die Sprüche Salomons 16:33 verwiesen: „Menschen werfen das Los, aber die Entscheidung kommt von Gott.“

Die Sprichwörter sind oft Weisheiten zu Gegensätzlichkeiten. So auch der vorherige Spruch Salomons: „Geduld bringt weiter als Heldentum; sie beherrschen ist besser als Städte zu erobern.“

Auch der nachfolgende Spruch: „Ein Stück trockenes Brot in Ruhe und Eintracht ist besser als ein großes Festmahl mit Zank und Streit“, zeigt die zwei Möglichkeiten auf.

10 Joseph Wittig, Das Papsttum in Wort und Bild, Hansa Verlag Hamburg, 18.07.1913, Seite 34

Zurück zu dem lügnerischen Verweis: Dort ist nicht das „und“, sondern das „aber“ genannt: … „aber“ die Entscheidung kommt von Gott und nicht „und“ die Entscheidung kommt von Gott.

Alternative Wörter zu aber sind: Allein, dem ungeachtet, dagegen, jedoch, dennoch, trotzdem etc. Somit kann man auch übersetzen: „Dem ungeachtet wird Gott seine Entscheidung treffen.“

Wenn Menschen das Los suchen, um eine göttliche Erwählung zu erfahren, dann wird Gott seine eigene Entscheidung treffen!

Auch damals waren Propheten erweckt und von der Göttlichkeit berufen. Wie kann es sein, dass niemand die Berufenen herbeigerufen hat als das Los auf Matthias fiel? Wenn die Geschehnisse um Matthias keine Lügen wären, dann müsste man alle anderen damaligen Hinweise zur Berufung eines Knechtes Gottes als absurdum erklären.

Sucht man die Wahrheit, dann kann es sich hierbei doch nur um einen Einschub handeln, den man viel später benötigte, um die nicht mehr geistig lebendige Christengemeinschaft zu beruhigen, und um das weltliche Vorgehen zu legitimieren, das Losverfahren. Warum? Der Geist Gottes wurde durch die kirchliche Monarchie vertrieben!

 Wie schon gesagt: Gott trifft dann seine eigenen Entscheidungen und dies trifft hier in aller „Härte“ zu, denn man wird nicht mehr im Neuen Testament und in allen weiteren Schriften den Namen eines Apostels Matthias finden können. Warum? Das „Los-Wunder“ muss logischerweise von dem Fälscher erfunden worden sein.

Ich möchte gerade wegen der Loswahl auf Matthias und damit die Zwölfzahl der Apostel voll wird, auf die Fälschung zurückkommen und nur deshalb führe ich dies auch hier an: Als Jesus der Auferstandene sich den Aposteln in der Kammer zeigte, heißt es, dass die elf Apostel zusammen saßen. Thomas war damals nicht zugegen, also wäre die Zehnzahl zutreffend gewesen, wenn man nicht Maria Magdalena hinzugezählt hätte. Der so genannte Matthias war zu der Zeit noch nicht „ausgelost“. Also war doch dann schon zu diesem Zeitpunkt die Zwölfer-Zahl voll, die elf in der Kammer und der abwesende Thomas, oder?

Zu der „Ordination“ von Matthias sagt das Bibellexikon: „Matthias, einer der Jünger Jesu, der durch das Los bestimmt wurde, das Apostelamt, das nach dem Tod des Judas frei geworden war, zu übernehmen. Sonst ist nichts über ihn bekannt.“ 11

Nachdem der Geist Gottes vertrieben war, zog die monarchistische Macht ein. Nach weiteren Jahrzehnten nannte man dann den Vorsteher Bischof, der sich dann zu einem Regenten emporhob. Man hatte einen neuen Christus, einen Christus aus Drohgebärden. Vorbei war die Zeit, in der Christen in losen Versammlungen in den Häusern gebetet, gefastet, geweissagt und gelehrt haben.

Der Kirchenbegriff wurde aus der Taufe gezogen und offenbarte sich in einer straffen kirchlichen Organisation von Regenten, Bischöfen und dann Päpsten, die Gläubigen mit Einschüchterungen und massiver Gewalt den „richtigen“ Weg aufzeigten.

Bereits im 2. Jahrhundert nach Christus fing man schon an, Sakramente einzuführen. Man hatte einen Altar; nach einiger Zeit saß der Bischof auf einem Extrastuhl und schließlich wurde daraus ein Thron.

Im 3. Jahrhundert führte man dann ein, dass die Priester eigene Gewänder trugen; man hatte Wallfahrten und Prozessionen, wie in den heidnischen Kulten. Man begann Heilige zu verehren, wie auch später den Bibelfälscher Hieronymus. Von Menschen erwählte Heilige hatten aber in der Lehre Jesu keinen Platz, denn jeder Mensch hat die Möglichkeit, selbst in sich Gott zu finden und in dessen Liebe zu leben und zu wirken.

Weiter führte man Festtage ein, die mit den Festtagen des Heidentums übereinstimmten.

„Im Mithras-Kult wurde ein Abendmahl gefeiert, aber eben nicht ein Abendmahl wie es die Urchristen hielten, sondern ein rituelles Abendmahl. In diesen abendmahlähnlichen Handlungen wirkten auch Priester mit. Der Priester sprach dazu folgende Segensworte: „Die Männer hast du gerettet durch das Vergießen des ewigen Blutes (Kultmahl, Blut des Stieres).“ 12

11 Kurt Hennig, Jerusalemer Bibel- Lexikon, Hänssler Lexikon, 4. Auflage 1998, Seite 574

12 Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?, Verlag Das Wort GmbH, Marktscheidenfeld, Seite 150

„ Mithras ist ein altiranischer Himmels- und Lichtgott. Seit etwa 400 v. Chr. erscheint er auf Inschriften des achämenidischen Königshauses. In Babylon nahm der Mithrasglaube allerlei astrologische und eschatologische Ideen auf, mit denen zusammen er schließlich nach Kleinasien gelangte. In Griechenland vermochte Mithras freilich nirgends festen Fuß zu fassen; die alte Abneigung gegen den persischen Einfluss setzte sich durch. Dafür war der Erfolg des persischen Gottes in Italien und den lateinischen Provinzen umso größer …Vollends gesellschaftsfähig wurde der fremde Kult, als sich Commodus gegen Ende des zweiten Jahrhunderts n.Chr. einweihen ließ. Unter Diokletian rückte Mithras zum Staatsgott auf und galt jetzt als Schützer des Reiches. Am 25. Dezember feierte man den Geburtstag des Sol invictus, mit dem Mithras längst identifiziert worden war.“  13

„Die Aufnahme in der Gemeinde erfolgte durch eine Taufe des Neulings in der in jedem Mithräum vorhandenen Taufgrube. Sie sollte von sittlichen Vergehen reinigen und in ein neues Dasein führen. Ferner kannte man ein heiliges Mahl, bei dem die Mysten Brot und Wasser zu sich nahmen, die mit Honig und Wein gemischt wurden. Ihre Ähnlichkeit mit den christlichen Sakramenten empfanden die Kirchenväter so deutlich, dass sie sie für Nachäffungen des Teufels erklärten.“ Siehe Fußnote 13

13 Johannes Leipoldt und Walter Grundmann, Umwelt des Urchristentums, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, Band I. 1975, Seite 119, 121

 

Was die Taufe anbelangt, so kannte man das Eintauchen ins Wasser schon im Alten Testament zur Reinigung von unheilbaren Krankheiten.

Johannes der Täufer taufte zur Buße und zur Wesens-Umkehr als äußerliches Zeichen und nicht wie bei Mithras als Zeichen für die Aufnahme in die Gemeinschaft. Taufen wir heute zur Aufnahme in die Gemeinschaft oder zur Reinigung und Umkehr?

Wer weiß schon in der heutigen Zeit, wie die Urchristen das Mahl zum Gedächtnis an Jesus Christus feierten?

Nach 1. Korinther 11:20 ff. kamen die Christen zusammen, beteten, weissagten, redeten in Zungen und achteten auf die Offenbarungen der Propheten. Sie waren erfüllt von den Worten und der Wunder, die Jesus wirkte und waren erfüllt von Wundern der Begegnungen mit ihm nach seiner Auferstehung. In diesen Zusammenkünften wurde auch ein Mahl bestehend aus Brot und Wein verzehrt. Dieses Mahl wurde zu seinem Gedächtnis gereicht; also man redete von ihm, erzählte von seinen Wundern und seiner Botschaft von der Hoffnung. Niemand sollte dem Leibe nach hungrig sein, wenn man an seine Liebe und Warmherzigkeit erinnert wird, und das galt besonders für die Bedürftigen. Der Schreiber im Korintherbrief hat lediglich angeprangert, dass einige der Versammelten sich mit Wein betranken, andere lehnten das Mahl ab, da sie schon vorher ein üppigeres Mahl zu sich nahmen, wie sollte ihnen dann das dargereichte trockene Brot schmecken?

Der Apostel Paulus wollte hier nur ermahnen, denn er sagte unter anderem auch im 1. Korinther 11:22: „… oder verachtet ihr die Gemeinde Gottes und beschämet die, so da nichts haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch loben? Hierin lobe ich euch nicht.“

Im 13. Kapitel des Briefes sagt Paulus dann weiter: „Die Liebe hört nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden und die Sprachen aufhören werden und die Erkenntnis aufhören wird.“ War dies eine Vorhersage, eine Prophetie von Paulus? Hatte Paulus die Zukunft gesehen und wollte hier nur trösten, oder gab es schon damals welche, die sich eine monarchistische Machtstruktur wünschten?

Weiter im Text wurden Weissagungen als Stückwerk bezeichnet. Man wartete auf das „Vollkommene“. Nur, was hatte der Schreiber, der unglückliche Übersetzer des Briefes, oder sogar Fälscher der Schrift mit dem „Vollkommenen“ gemeint? Ist denn der Geist Gottes Stückwerk? Sind denn die Worte von Jesus heute nicht mehr gültig und müssen reformiert werden?

Der Geist Gottes ist nicht Stückwerk, sondern der menschliche Geist, in seinen Erfahrungen und den Wirkungen aus der Gnade. Der 12. Vers klärt auf: „… Jetzt erkenne ich’s stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.“ Paulus sagt, dass man in der anderen Dimension so erkennen wird, wie die Göttlichkeit aus dem Erbarmen die Seele annimmt.

Ich glaube, dass bis zu Beginn des 2. Jahrhunderts man sich noch bemühte die Schriften nicht zu fälschen, Übersetzungsfehler sind sicher schon hier und da aufgetreten und wenn, dann bestimmt ungewollt und ohne ein bestimmtes Ziel zu verfolgen.

Der Geist Gottes wird die Fälschungen in den Schriften bloßstellen, die Zeit hierfür ist jetzt reif und der Anfang ist gemacht. Da hilft es manchen auch nicht, wenn sie ihre Archive verschlossen halten!

Wenn wir in den Schriften von der Liebe der Göttlichkeit lesen, dann kann man sicher sein, dass dies keine Fälschungen sind. Texte in denen versteckte Drohungen stecken, sollte man dann schon etwas genauer untersuchen und mit anderen Texten vergleichen und bewerten. Eines steht unumstößlich fest: Wie ein guter Vater seine Kinder liebt, so liebt auch der Vater im Himmel seine Kinder, seine Geschöpfe! Jesus erklärte dies unter anderem im Gleichnis von dem verlorenen Schaf. Die Herde ließ der Schäfer zurück, nur um das eine, das Verlorene zu suchen. Wenn man von dem strafenden und nicht von dem liebenden Gottvater predigt, dann predigt man die monarchistische Macht! Solche haben einen anderen Gott, den Gott der äußerlichen Gewaltherrschaft, der Gott der Angst einflößt, um die eigene Macht zu manifestieren.

Jesus spricht: „Also auch sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.“ (Lukas 15:10) Hier ist das Wollen die Lebensart zu ändern, die Reue, das Bedauern, das Wiedergutmachen, die Entscheidung zur Umkehr des Herzens, gemeint. Der Vater liebt uns und will, dass wir uns verändern, uns bewegen zum Guten hin. Dann nimmt er uns in seine Arme und will uns nimmer loslassen.

Warum hat Jesus denn gesagt, dass Gott unser Vater ist?

Den drohenden und Furcht einflößenden Gott hat er ins Archiv verbannt. Nur eins, verschmähen sollten wir seine Liebe nicht, sondern annehmen, indem wir auch diese Liebe weitergeben. Wer geliebt wird, muss auch lieben können. Jesus: „Ein neu Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebet, wie ich euch geliebt habe, auf dass auch ihr einander lieb habet. Dabei wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, so ihr untereinander Liebe habt!“(Johannes 13:34-35)

Bei Petrus hatte die Prophetie und die Weissagung ein besonderes Gewicht, denn er sprach vom Wohltun im Achten des prophetischen Wortes, als ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in unseren Herzen. (2. Petrusbrief 1:19) Hier war keine Rede vom Aufhören der Weissagungen wie im Korintherbrief.

Der Heilige Geist wirkte bei den ersten Christen in den Aposteln (Gesandte Jesus und Hüter seiner Lehre), Propheten (Mahner mit der Sehergabe und der Weissagung), Lehrer (Erinnern und Verkünden der Lehre Jesu), die Ältesten, (die Alten, die Ratgeber, die Zeugen und Bewahrer der Jesuslehre), die Verwalter, wie auch der Jünger Stephanus (Speisung der Witwen) und viele andere, die in Zungen redeten und auch durch den Geist Gottes weissagten. Alle waren tätig für die Kirche in uns, denn sie hatten göttliche Kraft, Wunder zu tun, zu heilen, zu helfen, in Liebe an die Lehre Jesu zu erinnern und seine Frohbotschaft zu verkündigen. Das waren die wahren Helfer für die einzig wahre Kirche in uns. Jesus sagt, dass der Größte (Der Wissende) soll unser Diener sein.

In den folgenden Jahrhunderten setzte sich schleichend die sich bildende äußerliche Kirche im immer mächtiger werdenden monarchischen Gewand durch, verdrängte die Kirche in uns und redete uns ein: „Wir lenken euch und entscheiden, was für euch gut und was schlecht, Lüge und Wahrheit ist. Wir lesen und schließen die Schrift für euch auf und ihr müsset unseren Entscheidungen und Gesetzen Folge leisten. So und nicht anders ist es gottgewollt, und wer sich dem widersetzt der brennt von Ewigkeit zu Ewigkeit im Feuer der Hölle.“ Das war der schleichende Anfang, der unmündige Glieder schuf, wie ein Baumast der keine Kraft mehr aus dem toten Wurzelwerk ziehen kann, langsam austrocknet und dann abstirbt.

Wenn wir aufgefordert wurden in sinnlosen und grausamen Kriegen zu morden, dann segnete uns die äußerliche Kirche. Wenn wir der Institution opferten, dann brauchten wir uns selbst um die Geringsten nicht mehr zu kümmern.

Immer wieder interpretierte man Paulus falsch, sodass nicht die guten Werke, sondern nur der Glaube zählt und sie redeten uns ein: „Gute Werke außerhalb der Einflussnahme der Institution sind tote Werke. Mitleid außerhalb der Kirchenmauern führt nicht zu Gott, sondern nur allein der Gehorsam, der Glaube und die Liebe zu den Lehren und Dogmen der Institution. Wie die Kirche die Bibel lehrt, so muss der Glaube gelebt werden, denn die eigene kritische Prüfung einzelner gepredigten Bibelstellen führt in die Sünde, denn der Geist Gottes wirkt ausschließlich in der geistigen Führung durch den Klerus.“

„Schon als Diakon hatte man Damasus den Spitznamen „Ohrenbläser der Matronen“ gegeben, weil er es wie kein anderer verstand, die wohlhabenden Damen der Stadt in kleinen, aber feinen christlichen Zirkeln um sich zu scharen. Auch sein späterer Sekretär, Hieronymus, der zu einem bekannten Heiligen wurde, soll auf diesem Gebiet durchaus begabt gewesen sein. Der heidnische Schriftsteller Ammian hat die Verhältnisse unter Bischof Damasus heftig angeprangert, weil der Kleriker den alten Witwen immer dann besonders hilfreich zur Seite gestanden hätte, wenn es darum ging, ein Testament zu Gunsten der Kirche auszustellen. Dass es sich dabei nicht nur um Einzelfälle gehandelt haben kann, belegt auch ein Erlass von Kaiser Valentinian aus dem Jahre 370. Darin hat der Kaiser dem Klerus wegen Erbschleicherei sogar verboten, die Häuser von Witwen und Waisen aufzusuchen.“ 14

„Entscheidend für die Einheitsreligion im Sinne von Kaiser Konstantin war im Jahre 325 n. Chr. das Konzil von Nizäa. Damals gab es noch eine Strömung, die versuchte, an das ursprüngliche Christentum anzuknüpfen. Das waren die so genannten arianischen Christen, die sich auf Origenes bezogen. Origenes war ein großer Lehrer und Denker, der im 3. Jahrhundert gelebt hatte, und er hatte in seiner Zeit noch gegen die Verfälschungen des Urchristentums angekämpft, z.B. auch gegen die Verfälschungen in den neutestamentarischen Schriften. Er wurde im Jahre 250 n. Chr. bei der Christenverfolgung durch den Auftrag des Kaisers Decius schwer gefoltert und ist vier Jahre später an den Folgen gestorben. Wie schon angeführt, war Hieronymus am Anfang seiner Laufbahn noch ein Nachfolger in der Lehre des Origenes. Der Nachfolger Origenes, Arius aus Alexandria konnte sich nicht durchsetzen, denn der Kaiser Konstantin beschloss auf dem Konzil, dass nicht Arius und seine Lehre, sondern die römische Kirche richtig lehret.“ 15

14 Rüdiger Achenbach / Hartmut Kriege, Die Päpste und die Macht, Seite 45

15 Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?, Verlag Das Wort GmbH, Marktscheidenfeld, Seite 151-152 

 

Wenn man irgendwann anfing so zu lehren und auch zu handeln, dann hat der Teufel die äußerliche Kirche übernommen.

 

 

 

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